Endlich mit Hund ab in den Süden? 6 Tipps, die Sie beachten sollten.

Endlich mit Hund ab in den Süden? 6 Tipps, die Sie beachten sollten.

Endlich Urlaub, Sonne und Meer. Doch auf Ihren Hund lauern am Mittelmeer oder in südlichen Ländern oft unterschätzte Risiken: Durch Mücken oder Zecken können lebenslange Krankheiten ausgelöst werden, die Gefahr eines Hitze-Kollaps besteht und Impfungen sowie Reisepass sollten gültig sein. Unsere Checkliste.

1.    Leishmaniose:

Die wohl bekannteste der sog. „Mittelmeerkrankheiten“ ist die Leishmaniose. Sie wird durch die Sandmücke übertragen (übrigens auch auf Menschen)., nicht überall am Mittelmeer und allgemein in südlichen Ländern. Es können Symptome auf der Haut auftreten: haarlose Stellen, Veränderung der Krallen, auch die inneren Organe können Symptome zeigen, das äußert sich in Trägheit oder Fieber. Tückisch ist, dass die Symptome Wochen oder Monate nach der Infektion auftreten können, so dass der Verdacht nicht gleich auf die Stechmücken im Urlaub fällt. Das bitte im Hinterkopf behalten.

Was kann man tun?

Eine Heilung ist nicht möglich. Wenn die Krankheit ausgebrochen ist, müssen die Hunde lebenslang Medikamente einnehmen. Das gängigste Medikament hat die Nebenwirkung, dass der Abbau der Purine gehemmt wird. Dies kann vermehrt zu Harnsteinen führen (vereinfacht gesagt). Daher ist eine purinarme Ernährung für Hunde mit Leishmaniose nötig, wenn Hunde mit diesem Medikament behandelt werden.

Purinarme Ernährung bedeutet: Wenig Innereien, eher Muskelfleisch und Gemüse oder auch mal Hüttenkäse. Bei Herrmann’s Manufaktur gibt es einige Sorten, die hier gut passen, u. a. Bio-Rind mit Karotte. Über die purinarme Ernährung beim Hund und warum gerade dieses Menü so geeignet ist, dazu haben wir hier bereits einen Blog-Artikel geschrieben. https://herrmanns-manufaktur.com/blog/purinarme-hundeernaehrung-wann-ist-sie-wichtig

Impfung?

Es gibt eine Impfung gegen Leishmaniose, diese braucht ca. 10 Wochen Vorlauf und bietet leider keinen hundertprozentigen Schutz. Besprechen Sie das Thema in Ruhe mit Ihrem Tierarzt und wägen Sie ab. Natürlich muss hier jeder seine eigene Entscheidung treffen. Bitte verstehen Sie unseren Hinweis nicht als Ratschlag, sondern als Information.     

2.    Dirofilariose (Herzwurmerkrankung)

Die Larven des Herzwurms werden ebenso durch Stechmücken übertragen und siedeln sich in den großen Blutgefäßen an der Lunge an. Symptome sind u. a. mangelnder Appetit, chronischer Husten und Gewichtsverlust.

Was kann man tun?

Diese Krankheit sollte möglichst frühzeitig erkannt und behandelt werden, dann sind die Heilungschancen sehr gut. 

3.    Babesiose (Hundemalaria)

Sie wird von Zecken übertragen (auch in Deutschland) und zerstört die roten Blutkörperchen. Das Tier wird matt, der Urin färbt sich dunkel, Fieber und starker Durst sind weitere Symptome.

Was kann man tun?

Wenn diese Krankheit nicht erkannt und therapiert wird, verläuft sie meist tödlich. Zum Vorbeugen gegen Zecken gibt es verschiedenen Möglichkeiten, bitte sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt.

Insgesamt gilt:

In den südlichen Ländern (und diese beginnen schon jenseits der Alpen) werden von Zecken und Mücken mehr Krankheiten übertragen als bei uns. Daher sollte man hier wirklich auf der Hut sein. Wir möchten keine Panik verbreiten, aber für Risiken sensibilisieren. Besonders abends ab der Dämmerung sind Stechmücken vermehrt unterwegs.

  • Lassen Sie den Hund ab der Dämmerung besser drinnen
  • Informieren Sie sich bei Ihrem Tierarzt über schützende Produkte: „Spot-on“, ggf. auch Kräutergaben über einen längeren Zeitraum, diese können in gewissem Maße gegen Zecken helfen. Beispielsweise von Zwergnase oder Dr. Ziegler.
  • Vielleicht ist auch einfach ein Mückennetz über dem (besser erhöhten) Schlafplatz eine gute Möglichkeit.

4.    Hitze-Kollaps

Immer wieder unterschätzt man als Tierfreund die Risiken eines Hitzschlags beim Hund, da dieser ja nicht schwitzen kann und zudem z. B. junge Hunde durch ihre Ausdauer lange keine Abgeschlagenheit erkennen lassen.

Dabei ist es für Hunde ein Nachteil, dass sie nur über das Hecheln ihren Hitzehaushalt regulieren können. Sie leiden sehr unter Hitze und sollten bei heißen Temperaturen beobachtet werden. Gönnen Sie Ihrem Hund beim Gassi gehen öfter Pausen und geben Sie genug zu trinken. Wenn Sie Ihren Hund mit zum Strand nehmen, sorgen Sie für genug Schatten und Abkühlung. (Auch hier sollten Sie die unterschiedlichen Regelungen im Urlaubsland beachten, z. B. Spot-on, Maulkorb etc.)  

Was ist zu tun?

Wenn Ihr Hund schon taumelt und die Schleimhäute rot sind, ist Handeln gefragt: Gehen Sie mit dem Tier sofort in den Schatten und kühlen Sie den Körper immer von unten nach oben ab: zuerst die Beine, dann den Körper und zuletzt den Kopf, mit feuchten Tüchern oder Wasser aus einer Wasserflasche, das Sie über den Hund träufeln. Keine Schockaktionen, also keine Schüssel Wasser über den Hund gießen. Das kann zu Kreislaufproblemen führen.

Besonders gefährdet von der Hitze sind große Hunde und Hunde mit einer kurzen Schnauze wie z. B. der Mops.

5.    Impfungen auffrischen

Grundsätzlich gilt: Sobald Sie mit Ihrem Hund ins Ausland fahren, egal in welches, müssen Sie eine Tollwut-Impfung nachweisen können. Beim Fehlen einer Impfung müssen Sie damit rechnen, dass Ihnen an der Grenze der Hund abgenommen wird.

Bitte erkundigen Sie sich auch genau über weitere Bestimmungen in Ihrem Urlaubsland (z. B. Maulkorbpflicht) und genauso in den DURCHREISELÄNDERN! Auch hier kann es zu Problemen an der Grenze kommen. Auch die Ein- und Ausreise von EU-Ländern in Nicht-EU-Länder sollte beachtet werden. Eine Zusammenstellung finden Sie hier (ohne Gewähr!). http://www.petsontour.de/de/reiselaender.aspx

6.    EU-Heimtierausweis

Auch dieser Ausweis ist zwingend erforderlich, wenn Sie Ihr Tier mit ins Ausland nehmen. In diesem Ausweis wird, ähnlich wie beim Menschen, die Identität des Tieres eindeutig festgehalten, daher ist auch eine elektrische Markierung mit einem „Chip“ Pflicht, zudem sind hier die aktuellen Impfungen eingetragen. Mehr dazu finden Sie hier (ohne Gewähr): https://www.gohugapet.com/post/eu-heimtierausweis

Schönen Urlaub!

Wohin es auch geht, mit diesen Tipps und guter Vorbereitung wird es sicher ein erholsamer Urlaub für alle Zwei- und Vierbeiner!

Natürlich entscheiden immer Sie als Tierhalter, wie Sie sich vorbereiten, denn gerade Impfungen sind ein komplexes Thema. Doch wir sind uns sicher, dass Sie, genau wie bei der artgerechten Fütterung Ihrer Tiere, gemeinsam mit Ihrem Tierarzt den für Sie richtigen Weg finden.

Wir wünschen eine schöne Zeit, gute Erholung und viel Spaß!