Ist „bio“ immer besser? Was sagt die Ethik?

Ist „bio“ immer besser? Was sagt die Ethik?

Natürlich regelt die EU-Öko-Verordnung in der Bio-Haltung bessere Bedingungen als bei konventioneller Haltung. Das ist für uns wichtig und richtig. Doch manchmal ist die Bio-Haltung nicht unbedingt die bessere Wahl und wir haben uns aus ethischen Gründen in Einzelfällen dagegen entschieden. Wir erläutern die Details.

Eine Frage der Haltung

Wie im letzten Blogbeitrag „EU-Bio? Biokreis? Artgerecht? – eine Frage der Haltung“ bereits dargestellt, ist die Bio-Haltung in vielen Kriterien ein Fortschritt im Gegensatz zur konventionellen Haltung. Der Biokreis e. V. macht noch strengere Vorschriften als die EU-Öko-Verordnung, daher haben wir uns diesem Erzeugerverband angeschlossen. Denn es ist unsere Philosophie, dass Bio-Tierhaltung mit Weidegängen, natürlichem Futter und wenig Medikamentengaben im Großen und Ganzen am besten mit dem Tierwohl zu vereinen ist.

„Wir sind Bruderhahn“

Eine sehr wertvolle Initiative unterstützen wir natürlich auch: die Bruderhahn Initiative Deutschland. Das bedeutet, dass die männlichen Küken, die Brüder der Legehennen, nicht sinnlos getötet, sondern aufgezogen werden. Das Problem entstand grundsätzlich dadurch, dass heute in allem auf Höchstleistung gezüchtet wird. Daher wird bei der Zucht von Masthähnchen auf andere Merkmale geachtet (mehr Fleischertrag) als bei der Zucht von Legehennen. Somit eignen sich die Legehennen nicht zur Mast und die männlichen Küken dieser Züchtungen, also die Brüder der Legehennen, sind übrig und nicht zu verwenden, da sie keine Eier legen.

Ehrenbruder

Da die Aufzucht eines Bruderhahns also länger dauert als die eines Masthähnchens und dieser auch nicht so viel Fleisch abgibt wie ein Masthähnchen ist die Aufzucht unrentabel. Wir verwenden jedoch gerne dieses Fleisch – es macht rund ein Drittel unserer Produktion aus – da gerade das langsame Wachstum wichtig ist für hochwertiges Fleisch und gute Qualität. So unterstützen wir die teilnehmenden Bio-Betriebe in ihrer ethischen Entscheidung und sind gerne Teil dieses wichtigen Projekts.

Grundsätzlich verwenden wir bei Huhn, Pute, Ente und Rind ausschließlich biozertifiziertes Fleisch von Betrieben aus der Region. Doch wie so oft ist es wichtig, genau hinzusehen.

Ziege oder Zicklein?

In der ökologischen Haltung von Ziegen wird unseres Wissens nach immer öfter das Zicklein von der Mutter getrennt, um die Milch der Mutter zu verwerten und das Zicklein als „Bio-Ziege“ anzubieten. Diese Zustände möchten wir nicht unterstützen und haben uns daher entschieden, kein bio-zertifiziertes Bio-Ziegenfleisch mehr zu verarbeiten. Lieber gehen wir selbst in die Region und sehen uns die Haltung und die Bedingungen im Stall und auf der Weide an. So sind wir sicher, dass das Tierwohl in diesen Betrieben einen hohen Stellenwert hat.

Weide oder Wildfang?

Bei einigen Tierarten sagt uns schon der gesunde Menschenverstand, dass kontrollierte Bio-Tierhaltung sicher nicht dem Tierwohl zuträglich ist. So z. B. bei Reh, Kaninchen oder Wild im Allgemeinen. Hier verwenden wir Tiere, die in ihrem natürlichen Umfeld aufgewachsen sind.

Ebenso bei allen Fischarten. Auch hier ist es offensichtlich, dass Fisch aus nachhaltigem Wildfang (MSC-zertifiziert) im Sinne des Tierwohls einem Fisch aus der Aquakultur vorzuziehen ist.

Pferd nur in Ausnahmen

Pferdefleisch stammt, wie man sich denken kann, ebenso nicht aus zertifizierter Bio-Haltung, sondern aus Schulbetrieben, die teilweise auch einen Bio-Bauernhof mit angegliedert haben. Wir kaufen keine Bestände aus Höfen, bei denen die Fohlen der Stute zur Milchgewinnung weggenommen werden. Aus ethischen Gründen empfehlen wir unseren Kunden, die Sorte Pferd nur in Ausnahmefällen zu füttern, wenn es um eine Ausschlussdiät geht.

Sie sehen: Wir machen uns viele Gedanken zu Tierwohl und Ethik, da unser Betrieb nun mal zu einem großen Teil Fleisch verarbeitet. Die weiteren Zutaten für unser ausgewogenes Hunde- und Katzenfutter kommen ausschließlich von bio-zertifizierten Obst- und Gemüsebetrieben wie unter anderem Demeter, aus regionalen Ölmühlen etc.  

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Artikel ein wenig über unsere Gedanken zu Transparenz und Tierwohl weitergeben konnten und freuen uns, wenn Sie diese ethischen Entscheidungen mit uns tragen.