Wenn es klick macht – Clickertraining für Katzen kurz erklärt

Wenn es klick macht – Clickertraining für Katzen kurz erklärt

Clickertraining ist eine sehr gute Art, um die Beziehung zur Katze zu fördern und die Samtpfote geistig zu fordern. Jede Katze kann „clickern“, die meisten haben viel Freude daran und machen es überraschend gut! Neugierig?

Warum überhaupt Clickertraining?

Viele Katzenbesitzer dachten sich wohl „Was soll das denn jetzt?“, als der Trend des Clickertrainings zu uns nach Deutschland kam. Für Hunde eigentlich schon bekannt, doch für Katzen? Doch wer sich neugierig dem Thema genähert hat, der merkt schnell: Eigentlich ist es nur die „klassische Konditionierung“, die schon beim „Pawlowschen Hund“ durch den Wissenschaftler Iwan Pawlow 1905 nachgewiesen wurde. Er verband das Füttern mit einem Glockengeräusch und nach ein paar Tagen entwickelten die Hunde Speichelfluss beim Glockengeräusch.

Diese Konditionierung wurde später auch beim Training von Delfinen eingesetzt und ist ähnlich auch für Katzen nutzbar: Es ist eine super Idee, um Katzen zu fordern und zu fördern. Und eigentlich konditionieren wir unsere Tiere ständig – ohne darüber nachzudenken: Meerschweinchen quietschen, wenn sie das Rascheln der Tüte hören, worin der Salat aufbewahrt wird, Hunde kommen in die Küche gelaufen, wenn dort etwas vorbereitet wird …

Katzen können mehr als schön sein

Richtig, Katzen können mehr als man denkt. Auch wenn es anfangs komisch wirkt, wenn Katzen auch „Sitz“ machen oder Pfote geben, sie können es und es ist erstaunlich, welche Kunststücke Katzen mit Clickertraining und Geduld erlernen können. Aber auch wenn Ihre Katze keine Zirkus-Karriere plant, ist das Training sehr gut geeignet, um auch unerwünschtes Verhalten abzutrainieren oder die Katzen ans Katzenklo oder an die Katzentasche zu gewöhnen.

Der Kick am Klick: Der Klick ist immer neutral

Eigentlich ist Clickertraining auch nichts anders als dass die Katze belohnt wird, wenn sie etwas richtig gemacht hat. Denn gleich nach dem „Klick“ kommt ein Leckerli. Warum also der Klick? Das ist wichtig und jedem verständlich: Der Klick ist immer neutral und emotionslos. Ein „Fein gemacht“ von uns klingt jedes Mal anders, abhängig von der Situation, in der wir uns befinden – ob wir entspannt sind oder etwas in Zeitdruck. Und auch wenn die Katze den Trick nicht ganz so gut gemacht hat, ist unsere Tonlage ganz anders, als wenn sie etwas zum ersten Mal ganz toll gemacht hat. Das Klicken ist aber immer gleich und wird mit „Das habe ich gut gemacht“ verknüpft.

Timing ist alles!

Zweites wichtiges Kriterium ist, dass der Klick sekundengenau dann kommen muss, wenn die Katze das gewünschte Verhalten gezeigt hat. Das geht mit einem kleinen Druck auf den Clicker viel besser als mit der Stimme. Und wichtig: Nach einem Klick muss es IMMER und DIREKT eine Belohnung geben! Bereiten Sie sich also gut vor und decken sich mit Meatis ein vor dem Training. (Unsere Meatis für Hunde sind sehr klein und werden auch von Katzen geliebt.)

Welche Tricks kann man klickern?

Wir haben schon gesagt: Jede Katze kann klickern! Wichtig ist, die Samtpfote nicht zu überfordern, sonst hat sie natürlich keinen Spaß daran und versteht nicht, was sie machen soll. Daher sollte man mit leichten Übungen anfangen wie

  • auf den Namen hören
  • Pfötchen geben
  • „Sitz“ machen
  • Gegenstände apportieren
  • „Männchen“ machen
  • sich im Kreis drehen

Aller Anfang ist schwer. Um den Ansatzpunkt hinzubekommen, hilft es, die Katze genau zu beobachten. Wenn sie dann zufällig das gewünschte Verhalten zeigt, gleich mit Klick und Leckerli belohnen, dann verknüpft sie das sicher sehr bald. Es ist auch hilfreich, ein Kommando für jeden Trick einzusetzen, ähnlich wie beim Hundetraining. Aber überlegen Sie sich die Kommandos vorher, damit es nicht zu viel ähnlich klingende Kommandos gibt.

Was kann Clickertraining noch bewirken?

Manchmal ist es zwar nicht leicht, das gewünschte Verhalten bei der Katze zu erreichen, doch insgesamt ist das Clickertraining gerade für Wohnungskatzen ein super Ausgleich und kann dann auch angewendet werden, um unterschiedliche Situationen mit positiven Signalen zu verbinden. So beispielsweise:

  • Benutzen der Katzentoilette
  • Gewöhnung an Kratzmöbel
  • Freiwillig in die Transportbox legen
  • Sich überall anfassen lassen
  • Akzeptanz der Pflege
  • Fahrt mit dem Auto
  • Aufenthalt beim Tierarzt
  • Katzengeschirr anlegen

Dos und Dont’s beim Clickern

Damit das Clickern für alle ein Spaß wird, müssen ein paar Regeln eingehalten werden:

  • Es gibt nur positive Erlebnisse – nichts Negatives! Die Katze wird nur im positiven Verhalten bestärkt, bitte nie bestrafen, schubsen oder anschreien. Das macht alle bisherigen Erfolge zunichte.
  • Wenig Worte machen! Es geht nur um die richtigen Codewörter, kein Katzenradio, das lenkt nur ab.
  • Geduldig bleiben! Ihre Katze spricht nicht ihre Sprache. Und sie versteht vielleicht nicht auf Anhieb, was Sie möchten. Aber das wird schon! Nur Geduld! Und manchmal muss man sich auch mit den Launen der Katze abfinden. Es ist eben nicht jeder Tag ein guter Trainingstag. Konsequenz ist gefragt: gewünschtes Verhalten = Leckerli, nicht erwünschtes Verhalten = keine Reaktion.
  • Erfolgserlebnisse motivieren! Beginnen Sie mit einfachen Tricks, damit beide Seiten ein Erfolgserlebnis haben, das schafft Motivation.
  • Timing!! Der Klick und Belohnung müssen punktgenau zusammenstimmen. Je mehr Zeit zwischen Trick, Klick und Belohnung vergeht, umso weniger wird die Katze den Zusammenhang verstehen. Diese Regel ist besonders wichtig für ein erfolgreiches Clickertraining.
  • Regelmäßig trainieren! Es ist verständlich, dass Katzen kein allzu gutes Gedächtnis haben und sich daher die Tricks immer wieder einprägen müssen sowie die Situation an sich. Wenn die Katze dann keine Motivation mehr zeigt, einfach aufhören, möglichst immer mit einem Erfolgserlebnis.
  • Leichte Trainingseinheiten: Übertreiben Sie es nicht! Fangen Sie mit kurzen Einheiten von ein paar Minuten an, dann etwas steigern, denn auch Kopftraining ist anstrengend für Samtpfoten.

Wichtig ist, dass Sie sich eine gute Anleitung suchen, dazu gibt es viele Bücher, beispielsweise von der Katzen-Therapeutin Birga Dexel, bekannt aus der Fernseh-Serie „hundkatzemaus“.

Versuchen Sie es nur einmal, Sie werden überrascht sein und vielleicht ist Ihre Katze ein Star und kann bald durch Reifen springen oder über kleine Schwellen balancieren. Doch bitte nicht vergessen, die Trainingsleckerlis von der Gesamtfuttermenge abzuziehen, sonst wird es bald nichts mehr mit dem leichtfüßigen Balancieren… ;o)

Gesunder Geist in gesundem Körper

Denken Sie daran: Ein Training, das Körper und Geist fordert, sollte auch mit einem artgerechten, hochwertigen und nährstoffreichen Futter belohnt werden.

Kennen Sie die Herrmann‘s Manufaktur noch nicht? Dann stöbern Sie doch im Shop in unserem hochwertigen Bio-Katzenfutter oder probieren unsere Schlemmerpakete.

Viel Spaß beim Training!

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