Getreide und Kohlenhydrate für Hund und Katze? 5 x Mythos und Wahrheit

Getreide und Kohlenhydrate für Hund und Katze? 5 x Mythos und Wahrheit

Getreide im Hundefutter oder Katzenfutter – geht oder geht nicht? Macht Getreide wirklich krank oder ist es wichtiger Bestandteil der Fütterung? Wir räumen durch Details und Zusammenhänge mit Mythen auf.

1. Was ist Getreide?

Getreide ist eine kleine Gruppe von Gräserpflanzen, deren Samen verarbeitet werden. Seit Jahrtausenden ist Getreide ein Grundnahrungsmittel der Menschen. Getreide besteht zum größten Teil aus Stärke und zu einem kleinen Teil aus Eiweiß und Fetten. Einige Getreidesorten enthalten das berüchtigte Gluten, das „Klebereiweiß“.

Stärke ist ein Kohlenhydrat (= Mehrfachzucker) und liefert in erster Linie Energie. Getreide besteht also hauptsächlich aus Kohlenhydraten, die vom Hund bei der Verdauung durch das Enzym „Amylase“ abgebaut werden.

In der Diskussion um Getreide wird auch immer vom Pseudogetreide gesprochen: Unter Pseudogetreide versteht man stärkehaltige Samen (also ähnlich wie Getreide), die aber keine Getreidesorte sind und auch kein Gluten enthalten. Pseudogetreide sind Buchweizen, Quinoa und Amaranth.

2. Getreide, Kohlenhydrate, Ballaststoffe – was ist was?

Man versucht sich viel anzulesen, doch oft fällt die Unterscheidung schwer.

Kohlenhydrate sind neben Fetten und Eiweiß Hauptbestandteil der Nahrung von Mensch und Tier. Dabei sind Kohlenhydrate Verbindungen von Zuckermolekülen, die zu Einzelzuckern abgebaut und in Energie umgewandelt werden.

Kurzer Exkurs zur Zweibeiner-Ernährung – gut zu wissen: Der sog. Einfachzucker, also das kleinste Teil eines Kohlenhydrats, ist z. B. der ganz normalen Zucker oder Traubenzucker. Der muss im Körper nicht gespalten werden, die Energie wird sofort für den Körper nutzbar, der Blutzuckerspiegel steigt und sinkt auch ebenso schnell wieder. Ergebnis: Heißhunger. Zudem wird die Energie, wenn sie nicht gebraucht wird, weil grade kein Marathon ansteht, im Körper „gespeichert“, wie und wo, weiß wohl jeder … Daher ist es besser, komplexe Mehrfachzucker zu sich zu nehmen, da der Körper hier länger braucht, um die Zuckermoleküle aufzuspalten, und der Blutzuckerspiegel nicht so schnell steigt, also bleibt man länger satt. Exkurs Ende ;o)

Zu den Mehrfachzuckern gehört auch die Stärke, die im Getreide enthalten ist. Also enthält Getreide Kohlenhydrate, aber nicht die „bösen“ wie Zucker.

Ballaststoffe sind unverdauliche Bestandteile von Futter. Es sind ausschließlich Pflanzenfasern und somit Kohlenhydrate. Auch wenn sie nicht verdaut werden, sind sie aber wichtig für eine gesunde Verdauung. 

3. Mythos: Getreide löst Allergien aus

Oft hört man, dass Getreide Allergien auslösen kann, daher wird der Ruf nach getreidefreiem Hunde- und Katzenfutter immer lauter. Doch oft werden auch die Begriffe „Allergie“ und „Unverträglichkeit“ durcheinandergebracht.

Zur Unterscheidung von Allergie und Unverträglichkeit bei Tieren haben wir zwei ausführliche Blog-Artikel verfasst:

Nach Auffassung von führenden Ernährungsexperten für Tiere gehört das Getreide nicht zu den häufigsten Auslösern für eine Allergie. Allergien richten sich immer gegen Proteine und am häufigsten gegen die am häufigsten gefütterten Proteine, also Fleischsorten.

„Folgende Futtermittel sind häufig Auslöser von Futtermittel-Unverträglichkeiten: Rind, Lamm, Huhn, Truthahn, Schwein, Hering, Milchprodukte, Eier, Weizen, Reis, Soja.“

Quelle: Bolbecher, G.; Dillitzer, N.: Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze, Thieme Verlag, S. 192.

Rindfleisch steht hier ganz oben in der Reihe, aber noch keiner hat Rindfleisch so verteufelt wie Getreide. (Eine häufige Kreuzallergie zu Rind ist übrigens Wild.)

Oft wird auch behauptet, Getreide kann Krebs auslösen, doch wird hier wohl Ursache und Wirkung vertauscht. Es ist bei Mensch und Tier bekannt, dass Krebszellen sich von Kohlenhydraten „ernähren“, daher wird bei Krebstumoren eine kohlehydratarme Kost empfohlen; bei Mensch und Tier. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass Kohlenhydrate Krebszellen „züchten“.

4. Fleischfresser oder Allesfresser – Hund und Katze sind verschieden

Wie viel Getreide brauchen Hund oder Katze? Oder sollen sie eben KEIN Getreide im Futter zu sich nehmen?

Hunde sind Allesfresser, das heißt aber nicht, dass alles für sie gesund ist. Es bedeutet, dass sie durch ihr Verdauungssystem durchaus darauf eingerichtet sind, Kohlenhydrate in Form vom Getreide oder Gemüse zu verdauen. Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind pflanzliche Kohlenhydrate ein wichtiger Energielieferant neben Energie aus tierischen Proteinen. Daher enthalten unsere Nassfutter-Menüs 10 % Getreideanteil. Fachleute tolerieren bis zu 20 % Getreideanteil beim Hund. Auch die enthaltenen Ballaststoffe sind wichtig für Darm und Verdauung.

Katzen sind Fleischfresser: Der Darm von Katzen ist sehr kurz und daher nicht geeignet, komplexe Kohlenhydrate aufzuspalten. Somit ist für Katzen eine Ernährung hauptsächlich mit hochwertigem, gut verdaulichem Fleisch wichtig. Unsere Menüs enthalten zwischen 90 und 96 % Fleisch bzw. Fisch, abgerundet mit beispielsweise Kokosflocken als Ballaststoffquelle und als leicht verdauliches Fett, mit Kartoffel, Zucchini, Kürbis oder Nachtkerzenöl. Die meisten Katzenmenüs sind getreidefrei oder enthalten als wichtige Ballaststoffquelle Kamut oder Hirse. Die unterschiedlichen Menüs im Wechsel zu füttern ist für uns artgerechte Katzenernährung.

5.     Welche Getreidesorten verwenden wir bei den Hundemenüs?

Bei den Getreidesorten verwenden wir u. a. vollwertige Varianten, davon Dinkel oder Kamut. Nachdem von unseren Kunden glutenfreie Sorten nachgefragt werden, finden Sie auch glutenfreie Getreidesorten wie Reis oder Hirse oder Pseudogetreidesorten wie Amaranth, Buchweizen und Quinoa. Quinoa hat eine hohe Eiweißqualität (biologische Wertigkeit) und ist reich an wertvollen ungesättigten Fettsäuren sowie Vitaminen, Calcium, Magnesium, Eisen und Zink. Auch Buchweizen enthält hochwertiges Eiweiß, vor allem die essenzielle Aminosäure Lysin, aber auch Arginin und Tryptophan. Zudem ist der Gehalt an den Vitaminen B und E sowie wertvollen Mineralstoffen sehr hoch. Weiterhin liefert Buchweizen Lezithin.

Hoffentlich konnten wir mit diesen Daten und Fakten ein wenig weiterhelfen. Schlussendlich ist es natürlich Ihre Entscheidung als Tierhalter, wie Sie Ihren Liebling füttern. In unserer breiten Produktauswahl finden Sie sicher die passenden Menüs zur Auswahl oder entwickeln ganz individuelle Rezepte mit unserem Kreativ-Mix.

In unserem umfangreichen-Blog-Archiv finden Sie viele interessante Artikel zu guter Ernährung von Hund und Katze sowie zu unseren Produkten.  https://herrmanns-manufaktur.com/wir/blog

Für weitere Fragen rund um die Fütterung der Produkte von Herrmann’s Manufaktur steht Ihnen unsere Ernährungsberaterin Stephanie Ludwig gerne unter beratung@herrmanns-manufaktur.com zur Verfügung.

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