Moderne Jagd ist Tier- und Naturschutz

Moderne Jagd ist Tier- und Naturschutz

Das Thema Jagd ist sehr umstritten. Doch ein Wandel ist deutlich erkennbar. Unser Fleisch von Hirsch, Reh und Kaninchen stammt aus nachhaltiger Bejagung. Wir erläutern das Thema ausführlich.

Zwischen Tierschutz und Trophäe

Grundsätzlich ist die Jagd eine jahrtausendealte Kultur, um das Überleben zu sichern. Ja es heißt sogar, dass der Urmensch nur durch Fleischkonsum seine Denkfähigkeit weiter ausbilden konnte und zum Homo sapiens werden konnte.

Doch jahrtausendealt sind auch die Schilderungen von Herdentierhaltung, wie beispielsweise dem „beweglich wimmelnden Reichtum“ von Jakob, dem Sohn Isaaks im Alten Testament. Somit war Jagd schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zur Ernährung nötig.

In den vergangenen Jahrhunderten unserer Zeit war die Jagd ein Privileg der Adelsschicht und der Erfolg wurde verbunden mit Jagdtrophäen. Kritiker sagen, dies habe sich bis heute gehalten.

Dabei sehen sich zunehmend mehr Jäger ganz eindeutig als Naturschützer, denn es gehe um die Überwachung von verschiedenen Populationen und auch um den Schutz von Wald und Landwirtschaft.

Die Jagd als verantwortungsvolles Handwerk

Die Zahl der Jäger nimmt immer mehr zu, auch immer mehr Frauen machen den Jagdschein. Die breit gefächerte Ausbildung umfasst mindestens 140 Unterrichtsstunden, dauert ca. 1 Jahr und ist in keinem anderen europäischen Land so aufwendig wie in Deutschland.

Dabei ist es dem Jäger-Nachwuchs zunehmend wichtig, dass ihr Handwerk im Zusammenhang mit Landwirtschaft und Forstwirtschaft sowie mit Natur- und Artenschutz gesehen wird. Doch schließlich ist auch das Bereitstellen von hochwertigen Lebensmitteln ein Teil der Jagd.

Fitness Müsli Reh und aus dem Kreativ-Mix die Sorten Reinfleisch Wild und Reinfleisch Kaninchen

Angewandter Naturschutz vor Ort

Jäger sind für Naturschutzaufgaben vor Ort geeignet, weil sie regelmäßig direkt im Revier sind und auch mit den Grundeigentümern in Kontakt stehen. Ihre Stärke liegt im angewandten, praktischen Naturschutz. Dazu zählt z. B. die Einrichtung von Ruhezonen oder die Schaffung von Äsungs- und Deckungsflächen für das Wild. Solche neu eingesäten oder bepflanzten Flächen sind nicht nur für das Wild wichtig. Gerade in intensiv genutzter Landschaft bieten Wildäcker, Hecken und Gebüsche, Kräuter- und Blütenpflanzen vielen selten gewordenen Reptilien, Vögeln, Schmetterlingen, Hummeln und anderen Insekten neuen Lebensraum.

Zudem beklagen Förster oft, dass Wälder nicht in der möglichen Variabilität wachsen können, weil Rehe die kleinen Triebe fressen. Um dies einzudämmen, werden Zäune gezogen, doch auch eine gezielte Bejagung mit vorher festgelegten Abschussquoten wird oft angesetzt. Hier geht es dann um „Wald vor Wild“.

Kaninchen mit Reisflocken, Wild mit Kürbis und Quinoa, Hirsch mit Kartoffel und Quitte

Und weil die Landwirtschaft immer näher an Wälder heranragt, sehen z. B. Wildschweine in Maisfeldern direkt vor ihrer Haustür einen reich gedeckten Tisch. Auch hier schreiten Jäger mit Maß und Ziel ein.

Ökologischer Jagdverband – für eine zeitgemäße Jagd

Bereits 1988 wurde der Ökologische Jagdverband (ÖJV) gegründet, der bundesweit in Landesverbänden organisiert ist. Er sieht die Jagd als einen integralen Bestandteil der Land- und Forstwirtschaft und arbeitet gegen das Image der Jäger als verantwortungslosem Trophäensammler. Zu seinen Forderungen gehört:

  • keine Winterfütterung des Wildes, um Überpopulationen zu vermeiden, die eine Naturverjüngung des Waldes behindern
  • verkürzte Jagdzeiten, um den Stress für das Wild zu reduzieren
  • Ablehnung der Fallenjagd

Auch BUND Naturschutz unterstützt die Jagd unter bestimmten Voraussetzungen

Der BUND Naturschutz sieht auch die positiven Effekte der Jagd, doch fordert er, die Tierarten, die bejagt werden dürfen, stark einzuschränken. Momentan stehen gerade bei Greif- und Wasservögeln viele Arten auf der Jagdliste, die zu bedrohten Arten gehören und so im Bestand gefährdet sind. Der Fokus der Jagd soll darauf liegen, die Populationen im Gleichgewicht zu halten und auch die Natur und andere Tierarten, die im Bestand gefährdet sind, zu schützen.

Herrmann‘s Manufaktur verwendet Reh, Hirsch und Kaninchen, diese Tiere dürfen laut BUND auch weiterhin bejagt werden, da die Populationen nicht bedroht sind.

Ein weiteres Kriterium für BUND ist, dass das getötete Tier einer sinnvollen Verwertung zugeführt wird. Auch das ist bei uns sichergestellt und wir verarbeiten diese Rohstoffe mit Respekt und Sorgfalt.

Mehr bio geht nicht

Darin sind sich schließlich alle einig: In einem großen Wald, mit frischem Grün statt Kraftfutter und in freier Natur aufzuwachsen – das ist ein artgerechtes Leben, wie man es sich vorstellt. Weit und breit keine Medikamentgaben und keine Lebendtiertransporte zum Schlachthof. Daher haben wir diese Fleischsorten in unser Programm aufgenommen aus nachhaltig bejagten Beständen.

Denn Wildfleisch hat für die Ernährung des Vierbeiners viele Vorteile: Hirsch und Reh sind eiweißreich und fettarm. Durch die geringere Verbreitung ist es sehr gut für ernährungssensible Hunde geeignet, denn es enthält wenig oder keine gängigen Allergene und kann somit auch für eine Ausschlussdiät verwendet werden.

Kaninchen und Käse für Katzen

Kaninchen ist ebenfalls ein sehr gutes, proteinreiches und fettarmes Fleisch. Hier wird auch Knochen als Calcium-Quelle fein gewolft mitverarbeitet, um ein passendes Calcium-Phosphor-Verhältnis zu erreichen.

Wildschwein verwenden wir nicht, da hier immer noch von einer hohen radioaktiven Verstrahlung auszugehen ist.

Wir alle sind Tierschützer

Es ist immer schön, wenn neue kleine Wald- und Feldbewohner geboren werden. Um diese zu schützen, besteht in den meisten Bundesländern zwischen März/April bis Juni/Juli Leinen-Pflicht in Wald und Feld. Immer wieder ein umstrittenes Thema bei Hundebesitzern, da viele meinen, ihr Hund würde sicher keinem Rehkitz was zu Leide tun.

Doch leider kommt es immer wieder zu Wildhetzen, bei denen Jungtiere grausam zu Tode kommen. Kleine Rehkitze sind nicht so schnell wie ausgewachsene Rehe und auch schwangere Rehe können nicht so schnell fliehen. Und schon, wenn ein Hund an einem Rehkitz schnüffelt, kann der fremde Geruch dazu führen, dass die Mutter das Kleine nicht mehr annimmt.

Ein Zusammenstoßen von Hund und Wildschweinmüttern mit ihren Kleinen (bei Wildschweinen sind oft mehrere Mütter mit ihren Kleinen unterwegs und passen auf) kann für die Fellnase (und den Halter) ungut ausgehen. Ebenso sind Vögel in der Brut zu schützen, denn werden diese vom Nest verscheucht, kann es sein, dass sie nie wieder zurückkommen. Und auch hier kann ein Beschnüffeln des Hundes zum Verlassenwerden führen.

Also passt auf eure Hunde auf, beachtet die kommunalen Regelungen vor Ort und denkt dran, auch Jäger sind Hundebesitzer und Tierfreunde.

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Quellen:

https://www.bund.net/themen/naturschutz/jagd/

https://www.bund-naturschutz.de/pressemitteilungen/jagd-muss-mehr-ruecksicht-auf-natur-und-artenschutz-nehmen.html

https://www.jagdverband.de/wild-jagd-und-natur

Quarks & Co: Brauchen wir noch Jäger?, 29.09.2015, http://www.quarks.de

https://www.oejv.org/

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