Sport mit Hund im Freien – so stärken Sie Fitness und Beziehung

Sport mit Hund im Freien – so stärken Sie Fitness und Beziehung

Sport im Freien macht viel Freude, wenn Hund und Mensch ein Team bilden. So trainiert man gemeinsam Körper und Kopf. Wir stellen ganz unterschiedliche Sportarten, für jeden Hund das Passende, vor.

Sport mit Hund – Was muss ich beachten?

Natürlich ist nicht jede Sportart für jeden Hund geeignet, zusätzlich sollte man die grundsätzlichen Neigungen des Hundes berücksichtigen. So kann es naheliegen, dass mittelgroße, drahtigere Hunde eher für Langstreckenläufe zu begeistern sind als kleine Hunde. Rassen, die zu Kurzatmigkeit neigen oder zu Gelenkproblemen sollten entsprechend körperlich nicht überfordert werden, können aber auch mit Kopf- und Nasenarbeit ausgelastet werden.

Mit Maß und Ziel

Zudem ist bei Mensch und Hund wichtig: Nichts übertreiben! Wir kennen das von uns selbst: Endlich hat man sich durchgerungen und zum Sporttreiben entschlossen, legt man gleich los als gäbe es kein Morgen und der unvermeidbare Muskelkater bleibt noch lange im Gedächtnis. Auch Hunde können Muskelkater bekommen und sollten daher nicht überfordert werden, sonst könnte es sein, dass sie das Training mit Schmerzen in Verbindung bringen.

Bevor es los geht ist – auch wie beim Menschen – das Aufwärmen wichtig, also ca. 15 Minuten langsam gehen, einige Übungen vorschalten und es langsam angehen. Natürlich sollte auch im Blick behalten werden, dass der Hund ja kein Sportgerät ist, sich also bei der Sportrunde auch in Ruhe lösen muss, in Ruhe schnuppern sollte und Pausen wichtig sind.

Aufpassen bei Hitze – der Hund schwitzt (fast) nicht

Wichtig: Es wird zwar immer wieder darauf hingewiesen, aber auch hier nochmal: Ein Hund kann mit Hitze nicht so gut umgehen wie ein Mensch, da er weniger schwitzt. So ist er einem Hitzschlag-Risiko ausgesetzt und kann wenig Zeichen geben, dass es ihm nicht gut geht: Anzeichen sind: dunkelrote bis bläuliche Zunge, weißliche Schleimhäute, Verweigerung. Dann bitte sofort anhalten, dem Hund zu trinken geben und ihn evtl. VON UNTEN abkühlen. Also NICHT DEN KOPF abkühlen, sondern die Pfoten oder Beine.

Bitte auch auf den Untergrund achten. Teer kann ich in der Sonne stark aufheizen, auch steiniger Boden ist nicht optimal. Und beim Fahrradfahren daran denken, dass der Hund jeden Meter laufen muss und ihm nicht der Fahrtwind kühl um die Nase weht.

Grundsätzlich raten wir: Bevor Sie eine Sportart beginnen, sprechen Sie darüber mit Ihrem Tierarzt. Und beim Erlernen jeder Sportart ist ein Profi zu befragen. Wir stellen hier einige besondere Sportarten in kurzen Zügen vor, doch kann in der Ausführung viel falsch gemacht werden, was die Gesundheit oder den Lernerfolg stark beeinträchtigen kann. Bitte seien Sie achtsam.

Agility

Dieser Sport ist schon sehr bekannt, vielleicht haben Sie es schon ausprobiert, es geht um Schnelligkeit, Geschicklichkeit und gute Kommunikation zwischen Hund und Mensch. Der Hund muss möglichst schnell einen Parcours von ca. 150 m mit ca. 20 Hindernissen und Geschicklichkeitsübungen durchlaufen. Der Partner Mensch läuft dabei neben den Hindernissen her und animiert den Hund mit Gesten und der Stimme, diese richtig zu bewältigen.

Dabei wird im Slalom gelaufen, über Wippen gegangen, durch Tunnel gerobbt oder über Hürden oder Reifen gesprungen. Da die Hindernisse für den Hund mehr oder weniger Überwindung kosten und der Hund auch erst verstehen muss, was von ihm gefordert ist, steht hierbei die Kommunikation und Teamfähigkeit von Hund und Mensch im Vordergrund. Wenn alles klappt, ist es ein super Gefühl, den Parcours fehlerfrei im Team bezwungen zu haben.

Für Junghunde, ältere Hunde oder Hunde mit Gelenkproblemen ist Agility aufgrund teilweise hoher Sprünge nicht geeignet. Bitte nur mit Anleitung ausprobieren.

Dog Frisbee

Hier hat sicher jeder eine ungefähre Vorstellung, was gemeint sein könnte. Doch nicht zu voreilig. Die DogFrisbee Profis lassen euch staunen! Es geht um mehr, als eine Frisbee zu fangen, die Pros bieten in den Varianten Freestyle, Mini Distance oder Long Distance eine ganze Choreografie, viel Akrobatik (von Mensch und Hund), Körpertricks und vieles mehr. Es ist wirklich ein tolles Erlebnis zuzusehen. Wenn Ihr Hund sehr lernbegierig und vielleicht ein Balljunkie ist, zudem keine Probleme mit den Gelenken hat, kann man es ja mal versuchen. Dieser Sport ist auch für kleine Hund geeignet, doch bitte mit professioneller Anleitung.

Trickdogging

Diesen Sport kennt man eher aus Hundevideos im Internet oder aus Lassie-Filmen. Da kann der Hund die Schublade öffnen oder das Kind aus der Kiste befreien. Oder er lernt, die Waschmaschine auszuräumen. Es geht also darum, einem Hund mit viel Geduld und als Team Kunststücke beizubringen, die von seinem natürlichen Verhalten weit entfernt sind. Und manche Hundebesitzer werden staunen, welches Talent ihr Hund für solche Tricks mitbringt.

Mantrailing

Ebenfalls bestaunenswert sind die Fähigkeiten bei der Nasenarbeit vieler Hunde. Das Mantrailing entstand aus der Ausbildung für Such- und Rettungshunde und hier ist die Grenze fließend. Die Kurse, die heute oft von Hundeschulen angeboten werden, richten sich an Mensch-Hund-Duos, die die Nasenfähigkeiten der Spürnase testen oder auslasten möchten.

Es geht darum, einen Menschen über eine größere Distanz zu suchen, nur anhand seines Geruchs, eingefangen in einem getragenen T-Shirt oder Ähnlichem. Der Hund nimmt die Spur auf, der Mensch lässt den Hund führen und sorgt nur dafür, dass keine Unfälle passieren. Statt Menschensuche kann man auch Leckerlis suchen lassen oder Gegenstände wie Autoschlüssel oder die Fernbedienung… Eine tolle Auslastung auch für ältere Hunde, aber bitte nur unter professioneller Anleitung.

Bitte beachten: Der Hund atmet ganz anders beim Schnüffeln, die Schleimhäute werden dadurch ausgetrocknet und die Körpertemperatur steigt durch die Nasenarbeit um 2 Grad an. Daher bitte immer frisches Wasser dabeihaben und nicht mehr als 10 Minuten am Stück üben. Auch Nasenarbeit ist „Arbeit“.

Obedience

Hier geht es nicht um Schnelligkeit oder Fitness, sondern um Gehorsam, aber in 4 Leistungsklassen. Die Basisausbildung beginnt noch relativ einfach mit Sitz, Platz etc. doch es steigert sich. Grundsätzlich geht es darum, Kommandos perfekt auszuführen und – aufgepasst – auf größere Distanz. Nur mit der Stimme oder Zeichen soll der Hund die Kommandos ausführen und sich auch erst dann wieder rühren, wenn es vom Menschen angesagt wird. Entscheidend sind also Gehorsam und eine sehr gute Mensch-Hund-Beziehung.

Zughundesport

Das Wort sagt schon das Wichtigste: Es geht darum, dass der Hund vorausrennt und ziehen darf. Der Mensch dahinter kann entweder zu Fuß unterwegs sein und joggen bzw. rennen, das nennt sich dann Canicross. Oder der Mensch fährt auf einem Roller (wie ein Tretroller mit sehr großen Reifen), das ist DogScooter, oder auf einem geländegängigen Fahrrad, das nennt sich Bikejöring. Zudem gibt es den klassischen Schlittenhundesport oder auch Skijöring.

Grundgedanke ist: Der Hund ist nicht zum Ziehen da, sondern Mensch und Hund legen gemeinsam eine Strecke durch die Natur zurück. Und da der Hund meist schneller zu Fuß ist, als der Mensch, darf der Hund ziehen und den Mensch damit entlasten. Wenn der Hund nicht mehr so viel Kraft hat, wird er vom Menschen entlastet, z. B. indem der Mensch das Tempo auf Roller oder Rad mittritt oder beim Laufen das Tempo rausnimmt.

Die richtige Ausrüstung ist wichtig

Wichtig bei allen drei Möglichkeiten ist die richtige Ausrüstung, damit die Hundegesundheit nicht leidet. Um die Zuglast gut zu verteilen, ist ein spezielles Zuggeschirr wichtig, dazu eine spezielle Leine mit einem Rückdämpfer, so dass nicht jeder Ruck ungedämpft beim anderen Partner ankommt. Beim Canicross wird die Leine an einem Bauchgurt direkt am Sportler befestigt (so hat der Sportler die Hände frei), dieser Gurt sollte am Rücken speziell gepolstert sein, zudem gibt es einen Panikhaken, um die Leine schnell vom Bauchgurt zu lösen in Notfällen.

Beim DogScootern und Bikejöring ist die Leine an einer speziellen Vorrichtung am Sportgerät befestigt, so dass sich die Leine nicht im Rad verheddern kann und der Hund immer genug Abstand zu Rad oder Roller hat, ohne gefährdet zu werden.

Wer Spaß dran hat, macht mit

Man kann sich denken, dass der Zughundesport eher für die klassischen nordischen Hunderassen geeignet ist, da diese das Laufen und Ziehen doch irgendwie im Blut haben. Doch Vorsicht im Frühjahr und Sommer! Die nordischen Rassen haben sehr viel Unterwolle und kommen mit unseren hohen Temperaturen nicht so gut zurecht. Als Faustregel gilt, bei mehr als 15 Grad Celsius bitte nicht auf Tour gehen.

Unsere Snacks eignen sich gut als „Marschverpflegung“ für unterwegs.

Auch alle anderen Rassen rund um die 20 kg Gewicht können sehr gut mitmachen, diese haben meist genug Kraft, um einen Menschen (bis ca. 80 kg) auf einem Rad oder Roller zu ziehen. Und auch kleinere Hunde können viel Spaß am Canicross haben, wo man in unwegsamen Geländen unterwegs ist. Hauptsache, Sie haben Spaß im Team! In jedem Fall bitte einen erfahrenen Profi zur Einführung fragen und auch den Tierarzt konsultieren, denn der Zughundesport geht stark auf die Hüften des Hundes, dieser sollte also kerngesund sein.

Geist und Körper trainieren

Grundsätzlich sollten Sie Ausdauer-Training mit Kopf-Training kombinieren, denn nur dann kann ein Hund rundum wertgeschätzt und ausgelastet werden. Und achten Sie darauf, dass Sie sich keine „Rennmaschine“ heran trainieren. Dann müssen die Strecken immer länger werden und der Hund ist meist besser trainiert als Sie ;o)

Wir wünschen in jedem Fall bei allen Aktivitäten viel Spaß als Team!

Ernährung bei sportlicher Aktivität

Wenn Ihr Hund durchgehend oder an einigen Tagen pro Woche körperlich aktiver ist (auch Kopf- und Nasenarbeit zählen), braucht er mehr Energie. Sehr gute Energielieferanten sind Fette und Öle. Sie liefern doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate und Proteine. Für Ausdauerleistungen eignen sich Fettsäuren sehr gut als Energiequelle, da sie längere Zeit Energie spenden. Als schnell verwertbare Energiezufuhr sind Kohlenhydrate ideal. Der Proteingehalt des Futters sollte nur gering erhöht werden.

Tipps zur Ernährung

  1. Ergänzen Sie das Futter mit guten Ölen (Lebertran, Lachsöl, Algenöl und auch gesättigte Fettsäuren wie Kokosfett).
  2. Als sehr gute Kohlenhydrat-Quellen eigenen sich die Bio Kartoffel-Flocken, Bio Hirse-Flocken und Bio Reis-Flocken des Kreativ-Mix. Sie sind aufgeschlossen und leicht verdaulich.
  3. Auch die Gemüse- und Obstsorten sind Energielieferanten. Unsere getrockneten Gemüseflocken des Kreativ-Mix haben besonders viel Power und Vitamine.
  4. Um den Protein-Anteil leicht anzuheben, kann jede Sorte unserer Menüs mit den Reinfleisch-Dosen des Kreativ-Mix ergänzt werden. Hier bieten sich eher fettreichere Sorten an wie Ente, Pute, Huhn, die Geflügelsorten beinhalten zudem Karkasse als Mineralstoff-Quelle.
  5. Zusätzliche Nährstoffe finden sich in unseren Bio Kräutern für Hunde. 

Sie kennen den Kreativ-Mix noch nicht oder möchten diese individuelle Vielfalt ausprobieren?

Anleitungen und Rezepte zum Kreativ-Mix haben wir in anderen Blog-Artikeln schon für Sie zusammengefasst: