Welpen richtig füttern – für ein gutes Hundeleben

Welpen richtig füttern – für ein gutes Hundeleben

Alle Welpen sind süß, doch muss jedes Tier in der Wachstumsphase individuell gefüttert werden. Die ersten Monate sind wichtig für ein gesundes Hundeleben. Wir erläutern, wie Sie Ihren Liebling mit unseren Produkten bedarfsgerecht füttern.

Wichtige Welpen-Basics vorab:

  1. Ihr Hund sollte immer frisches Wasser zur Verfügung haben.
  2. Hunde fressen gerne ungestört und brauchen Ruhe nach dem Essen.
  3. Nassfutter sollte Zimmertemperatur haben. Angebrochene Dosen können mit einem Deckel verschlossen ca. 2 – 3 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  4. Entfernen Sie übrig gebliebenes Nassfutter spätestens 30 Minuten, nachdem der Welpe aufgehört hat zu fressen.
  5. Geben Sie Ihrem Hund nichts zu fressen, wenn Sie selbst gerade essen. Füttern Sie ihn erst danach mit seinem eigenen Futter.

Was braucht Ihr kleiner Welpe?

Ihr Welpe benötigt Energie und eine bedarfsgerechte Versorgung an Nährstoffen. Das bedeutet, seine Nahrung muss aus Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten, Ballaststoffen und Nährstoffen wie Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen sowie Enzymen zusammengesetzt sein.

Wir empfehlen, am Anfang nicht zu viele Zutaten auf einmal zu geben. Der oder die Kleine muss sich erst – wie ein Baby – an alles gewöhnen.

Da Welpen sich im „Aufbau“ befinden, haben sie einen höheren Eiweißbedarf, der über einen höheren Fleischanteil erreicht wird. Dies sollte hochverdauliches bzw. hochverwertbares Fleisch sein, somit auch Muskelfleisch. Daher beinhalten unsere Welpenmenüs mehr Fleisch als die anderen Menüs.

Beim Wachstum ist das richtige Tempo entscheidend

Wichtig ist, das individuelle Wachstumstempo im Blick zu haben. Größere Rassen wachsen schneller als kleinere Rassen. Doch Achtung: Ein allzu schnelles Wachstum und Gewichtszunahme sind auf Dauer schädlich, da der Körperbau nicht die optimale Stabilität erreichen kann.

Sie können auch unsere Erwachsenen-Menüs mit etwas Reinfleisch für Welpen ergänzen, oder mit Hilfe unseres Kreativ-Mixes die Futterrationen selbst zusammenstellen oder mit Selbstgekochtem kombinieren.

Abwechslungsreich füttern, aber nicht verwöhnen

Um Ihren Hund artgerecht zu versorgen, sollten Sie abwechslungsreich füttern, um eine einseitige Ernährung auszuschließen. Doch das heißt nicht, dass man eine Mahlzeit, die der Welpe nicht sofort frisst, mit einem anderen Lieblingsfutter ersetzt. Die Kleinen gewöhnt sich schnell.

Auch im Hinblick auf ein gesundes Wachstum sollten Welpen niemals uneingeschränkt gefüttert werden. Gerade bei großen Rassen kann eine Überfütterung schwerwiegende Folgen (Skelettfehlbildungen) haben.

Fütterungsempfehlung Welpen

AlterFuttermenge
2. bis 6. Monat3 % bis 5 % des voraussichtlichen Endgewichts
ab dem 7. Monat 2 % bis 5 % des voraussichtlichen Endgewichts
Fütterungsempfehlung Welpen

Das sind Richtwerte. Es kommt auch darauf an, wie agil der Welpe ist und wie die Futterration gestaltet ist. Als weiteren Anhaltspunkt geben wir Ihnen hier die Tabelle von FEDIAF (European Pet Food Industry Federation) an die Hand

Durchschnittlicher Energiebedarf während des Wachstums nach Angaben FEDIAF Guideline:

AlterEnergiebedarf
neugeborene Welpen 25 kcal / 100 g KM
bis zu 50 % des Erwachsenengewichts210 kcal /kg KM0,75 (=metabolisches Gewicht)
50 – 80 % des Erwachsenengewichts175 kcal /kg KM0,75 (=metabolisches Gewicht)
80 – 100 % des Erwachsenengewichts140 kcal /kg KM0,75 (=metabolisches Gewicht)
Durchschnittlicher Energiebedarf während des Wachstums nach FEDIAF

Anmerkung zu „metabolisches Gewicht“: Der Energiebedarf von Hunden verschiedener Größe steigt nicht mit zunehmendem Gewicht linear an, kleinere Hunde benötigen mehr Enrgie im Verhältnis zur Körpermasse als größere. Daher wird der tägliche Energiebedarf von Hunden meist mit der Funktion der metabolischen Körpermasse berechnet, kg KM0,75. Mehr dazu in den FEDIAF Nutritional Guidelines 2018.

Die Fütterungsmenge bezieht sich immer auf das erwartete Endgewicht Ihres Hundes. Das erscheint am Anfang vielleicht recht viel, aber Ihr Hund braucht ja Energie zum Wachsen und Herumtoben. So ein Welpenleben ist wirklich anstrengend. ;o)

Junge Hunde sollten langsam an verschiedene Proteinquellen gewöhnt werden. Bitte füttern Sie keine exotischen Sorten wie Pferd oder Känguru, wenn es keine Anzeichen für Unverträglichkeiten gibt. Diese Sorten könnten noch für eine Ausschlussdiät benötigt werden. Sollte dies bei Ihrem Tier der Fall sein, dann darf diese Sorte bisher noch nie verfüttert worden sein.

Frisch und fertig gibt es unsere Welpenmenüs mit Rind und Gans. Es ist als Ergänzungsfutter zu sehen, da der Energiebedarf, wie schon geschrieben, sehr unterschiedlich ist. So können Sie die Ration je nach Bedarf noch mit Reinfleischdosen aus dem Kreativ-Mix ergänzen.

Individuell füttern mit unserem Kreativ-Mix

Aus rund 20 einzelnen Zutaten wie Reinfleisch, Gemüse, Kartoffelflocken etc. können Sie rund 500 individuelle Menüs selber zusammenstellen.

Kombinationsvorschlag Kreativ-Mix für Welpen

  • 50 – 80 % Reinfleisch (Dose)
  • 10 – 20 % Obst und Gemüse
  • 10 – 20 % Kohlenhydrate (Kartoffel-, Hirse- oder Reisflocken, davon 2 bis 3 % Ballaststoffe wie Kleie, Flohsamen, Leinsamen)
  • ca. 5 % Fette
  • Mineralstoff-Mix nach Wahl / Absprache

Gemüse sollte allen Hunden grundsätzlich in zerkleinerter Form (gerieben) oder etwas gegart angeboten werden, da Hunde keine Zellulose spalten können. Speziell Karotten benötigen eine Fettzugabe, damit der Körper die fettlöslichen Vitamine aufnehmen kann.

Bei den Fetten empfehlen wir auch gerne etwas kalt gepresstes Bio-Borretschöl oder Bio-Nachtkerzenöl, Lachsöl oder Algenöl zur Fütterung. Diese Öle enthalten einen besonders hohen Anteil an essenziellen Fettsäuren wie Linolsäure und Gamma-Linolensäure. Diese stärken das körpereigene Immunsystem und können bei Problemen mit Fell oder Haut unterstützen.

Wie oft füttern und welche Leckereien gibt es zusätzlich?

Am Anfang sollten Sie öfters bis zu 4-5 Mal pro Tag füttern, ab ca. 6 Monate reichen 2 Mahlzeiten pro Tag. Beginnen Sie bei Ihrem Welpen mit zwei Proteinquellen. Bedenken Sie beim Tagesplan, dass Kauspass und Snacks sowie Leckerlis auch Energielieferanten sind. Das wird oftmals unterschätzt.

Mit Knochen kann man ab der 8. Woche beginnen. Am besten große Knochen (roh und nicht splitternd), die der Welpe nicht verschlucken kann oder gewolfte Knochen. Gewolfte Knochen finden Sie bei uns in den Geflügelsorten und bei Kaninchen.

Nicht füttern sollte man Avocados, Zwiebelgewächse, rohe Bohnen, rohe Kartoffeln, rohe Hülsenfrüchte, Rettich, Holunderbeeren (roh). Auch nicht zu süße Obstsorten wie Kiwi und Mango. Weintrauben und Rosinen können für manche Hunde toxisch sein.

Unser Manufaktur-Versprechen: wie selbst gekocht

Unser Futter ist wie selbst gekocht zu betrachten. Beim Fleisch verwenden wir jeweils nur eine Proteinquelle und davon hochwertiges Muskelfleisch, Herzfleisch sowie Lunge und beim Geflügel Brustfleisch und Hälse. Minderwertige Innereien wie Niere oder Milz kommen nicht ins Futter. Als Calcium-Quelle nutzen wir Knorpel / Knochen, diese gewolft, und / oder Eierschalenpulver bzw. Algenkalk.

Wir verwenden eine bio-konforme Nährstoffmischung in den Sorten, die Sie im Einzelhandel kaufen können. In unserer Selection-Linie werden Vitamine und Mineralstoffe natürlich bzw. aus natürlichem Ursprung ergänzt.

Gerade bei Welpen empfehlen wir mit einem natürlichen Mineralstoff-Mix zu ergänzen, der zusätzliche Nährstoffe liefert. So z. B. mit unseren Bio-Kräutern für Hunde, bitte jeweils in Absprache mit dem Tierarzt oder Tierheilpraktiker.

Der Calciumbedarf bei Welpen ist sehr unterschiedlich und wichtig

Gerade Welpen und Junghunde haben, abhängig vom Endgewicht der Rasse einen erhöhten Bedarf an Calcium; vor allem im Zahnwechsel, aber auch für ein gesundes Wachstum der Knochen und Gelenke.

Zum Calcium-Stoffwechsel gehört auch Phosphor. Was diese beiden miteinander zu tun haben, ist in einem andern Blog-Beitrag bereits erklärt:

So benötigt ein Welpe z. B. während des Zahnwechsels mehr Calcium. Dies kann nicht immer nur mit der Erhöhung der Futtermenge ausgeglichen werden. Da Knochen vor allem ein natürlicher Lieferant für Nährstoffe sind, insbesondere auch für Calcium, verwenden wir bei Bio-Geflügel und Kaninchen als natürliche Kalziumquelle Geflügelhälse bzw. Karkasse mit Fleisch bzw. Knochen (ca. 10 – 15 % der empfohlenen Futterration).

Das Fleisch wird fein gewolft ohne den Zusatz von künstlichen Stoffen. Bei diesen Sorten ist das gut möglich, weil sich Kleinteile fein wolfen lassen, ohne dass spitze Knochenteile im Futter zurückbleiben. Bei Fleischsorten wie z. B. Rind ist das Wolfen von Knochen aufgrund der Knochenstärke nicht möglich, hier wird Knorpel verwendet und wir ergänzen wir die Selection-Menüs mit diesen Fleischsorten mit Bio-Eierschalenpulver und Algenkalk.

Wenn Sie weitere Fragen haben, hilft Ihnen gerne Ihr Tierarzt oder Tierheilpraktiker weiter.

Geeignete Getreidesorten

Einige Hunde reagieren auf Gluten im Getreide empfindlich. Daher empfehlen wir eher glutenfreie Sorten wie Reis, Hirse, Quinoa oder Buchweizen (Pseudogetreide). Doch sind kleine Mengen an Getreide grundsätzlich nicht ungesund für Hunde, da für eine gesunde Verdauung auch ein Anteil an Ballaststoffen nötig sind. 

Wir bieten in unserem Kreativ-Mix auch getreidefreie Sorten als Flocken an. Hirse beinhaltet beispielsweise unter anderem Silicium und wirkt sich positiv auf Knochen, Haut und Fell aus. Quinoa hat eine hohe Eiweißqualität (biologische Wertigkeit) und ist reich an wertvollen ungesättigten Fettsäuren sowie Vitaminen, Calcium, Magnesium, Eisen und Zink. Auch Buchweizen enthält hochwertiges Eiweiß. Zudem ist der Gehalt an den Vitaminen B und E sowie wertvollen Mineralstoffen sehr hoch.

Futterumstellung von Welpen auf Erwachsenenfutter

Wenn Siebeispielsweise zu Hause ein anderes Futter füttern möchten als der Züchter, sollten Sie ganz behutsam vorgehen. Welpen sind wie Babys sehr empfindlich, warten sie, bis sich Ihr Welpe bei Ihnen etwas eingelebt hat und starten Sie erst dann langsam die Umstellung auf neues Futter.

Wenn die Futterumstellung nicht gut gelingt, ist mit Durchfall, Erbrechen oder anderen Symptomen zu rechnen. Und bei Welpen ist ein Flüssigkeitsverlust durch Durchfall schnell kritisch, daher sollten Sie vorsichtig sein.

Wenn sich Ihr Welpe rundum wohl fühlt, können Sie die Futterumstellung beginnen. Diese sollte über 10 Tage erfolgen, ganz behutsam.

TageFutterration: neues Futter zu bisherigem Futter
1 bis 31/4 neu, 3/4 bisheriges Futter
4 bis 61/2 neu, 1/2 bisheriges Futter
7 bis 9 3/4 neu, 1/4 bisheriges Futter
ab Tag 10 ganze Ration neues Futter!
Futterumstellung Schritt für Schritt

Die Darmflora muss sich erst an das neue Futter gewöhnen und der Welpe ist noch sehr empfindlich, also lassen Sie sich Zeit, die Umstellung kann auch 14 Tage oder länger dauern. Sollte Ihr Liebling Durchfall, Erbrechen oder Blähungen bekommen, gehen Sie bitte zum Tierarzt.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit Ihrem kleinen Liebling und ein langes und kraftvolles Hundeleben!

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