Feine Öle – wichtige Bausteine einer guten Ernährung

Feine Öle – wichtige Bausteine einer guten Ernährung

Jeder hat schon von „essentiellen Fettsäuren gehört“. Doch was bedeutet das? Welche Fettsäuren sind wichtig für die Ernährung und welche Öle eignen sich besonders gut? Wir geben Antworten.

Fette liefern Energie

Bei der Ernährung gibt es einige wichtige Bausteine. Die richtigen Fette und Öle gehören dazu. Fette sind für den Körper Betriebsstoffe und sie liefern die Energie für Wärme und Bewegung. Bestimmte Fettsäuren sind auch lebensnotwendig für Wachstum und Entwicklung. So bilden und transportieren sie Hormone, sind für die Aufnahme von Vitaminen nötig (wie die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K) und vieles mehr. Nicht zuletzt hat die Fettschicht des Körpers auch eine Schutzfunktion vor Kälte und Verletzungen.

Unterscheidung der Fettsäuren

Aufgrund der chemischen Struktur wird unterschieden zwischen „gesättigten Fettsäuren“ und „ungesättigten Fettsäuren“. Die gesättigten Fettsäuren finden sich hauptsächlich in tierischen Fetten wie in Fleisch, sie wirken als Brennfett für Muskeln und zur Energiegewinnung.

Die ungesättigten Fettsäuren werden nochmals unterschieden in „einfach ungesättigte Fettsäuren“, enthalten in Olivenöl, Weizenkeimöl, Avocados und „mehrfach ungesättigte Fettsäuren“, hierzu gehören die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, enthalten in hochwertigen Pflanzenölen oder fettem Fisch.

Was ist „essenziell“?

Besonders die Omega-3- und die Omega-6-Fettsäuren gehören zu den Fettsäuren, die Hund und Katze nicht selber bilden können, die aber für die Gesundheit wichtig sind, also „essenziell“.

Während die Haustiere Omega-6-Fettsäuren vorwiegend mit dem Fleisch zu sich nehmen, müssen Omega-3-Fettsäuren extra gefüttert werden. Sie finden sich zum Beispiel in Algen, Fischen (weil sie Algen fressen) und pflanzlichen Ölen.

Auf das Verhältnis kommt es an.

„Viel hilft viel“ ist hier nicht richtig. Denn die Wirkungen der Fettsäuren sind ganz gegensätzlich und das richtige Zusammenspiel von gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist wichtig. So weiß man, dass Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure, Arachidonsäure und auch die Gamma-Linolensäure) entzündungsfördernd wirken können und Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolen-Säure (ALA), Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure und Docosapentaensäure, beide kurz DHA) entzündungshemmend wirken.

Regel: Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 = 1:2 bis maximal 1:5.

Anmerkung: Bio-Fleisch von artgerecht gehaltenen und gefütterten Tieren enthält aufgrund der vorgeschriebenen Grünfütterung bis zu 20 Mal mehr Omega-3-Fettsäuren als Fleisch aus Massentierhaltung, denn Gras enthält auch Vorstufen der Omega-3-Fettsäuren. Tiere aus Massentierhaltung werden meist mit Mais oder Soja gefüttert, das wirkt sich auf die Fleischzusammensetzung aus.

Auch daher sind hochwertige Bio-Haltungsstandards für Herrmann’s Manufaktur so wichtig.

Wie unterstützen Öle Ihren Liebling?

Grundsätzlich sorgen Öle für Energie. Besonders aktive Hunde oder Katzen benötigen mehr Energie und können diese auch aus hochwertigen Ölen gewinnen. Zudem kann ein ausgewogener Fett-Haushalt den Stoffwechsel im Gleichgewicht halten. Wenn der Stoffwechsel nicht im Gleichgewicht ist, zeigt es sich oft an juckenden, schuppenden Hautstellen oder stumpfen Fell.

Hier hat die Gamma-Linolen-Säure (GLA) aus der Gruppe der Omega-6-Fettsäuren eine besondere Bedeutung, denn sie unterstützt die Barrierefunktion der Haut. So hilft sie beispielsweise bei Problemen mit der Haut, welche u. a. durch eine Mangelernährung mit essentiellen Fettsäuren ausgelöst werden können. Zudem gibt es Hinweise, dass GLA auch in der Krebsbehandlung wirken kann, da die Metastasenbildung gehemmt werden kann. (Quelle: Vitalstofflexikon – Deutsche Gesellschaft für Nährstoffmedizin und Prävention)

Gamma-Linolen-Säure ist nur in wenigen Ölen vorhanden, z. B. in Borretschsamenöl, Schwarzkümmelöl und auch Nachtkerzenöl. Somit ist besonders während des Fellwechsels eine ausreichende Versorgung mit Öl wichtig, um den Haarwuchs des Hundes zu unterstützen.

Neben einem gesunden Fell sind Öle auch wichtige Helfer bei der Freisetzung von Vitaminen. So können die Nährstoffe von einigen Vitaminen wie z. B. Vitamin A in Karotten nur mithilfe von Öl im Körper verwertet werden.

Achtung: Die sogenannten „Transfette“ sind ebenso wie für den Mensch auch für den Vierbeiner schädlich. Diese Fette entstehen durch Härtung pflanzlicher Öle und sind vor allem in industriell produzierter Nahrung zu finden.

Kleine Ölkunde

Leinöl

Leinöl wird aus Leinsamen gewonnen. In Leinöl sind etwa 72 Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren (z. B. Omega-6-Linolsäure, Ölsäure, Omega-3-Linolensäure) enthalten, aber auch viele Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Fischöl / Lachsöl

Lachsöl hat wie andere Fischöle einen hohen Gehalt an essentiellen Omega-3-Fettsäuren besonders EPA und DHA. Es kann besonders geeignet sein bei gesundheitlichen Problemen wie Arthrose oder Entzündungsprozessen, Haut- und Fellproblemen. Natürlich kann man auch mit der Fütterung von Fisch essentielle Fettsäuren liefern, dafür eignen sich vor allem Hering, Heilbutt, Lachs oder Makrele.

Nachtkerzenöl

Nachtkerzenöl hat einen sehr hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, besonders an Linolsäure, die sich positiv auf den Stoffwechsel auswirken kann. Auch Nachtkerzenöl enthält zusätzlich die hilfreiche Gamma-Linolensäure sowie wertvolle Nährstoffe wie Aminosäuren, Mineralstoffe und Vitamine.

Borretschöl

Die Borretschpflanze liefert viele Nährstoffe wie z. B. Vitamine und Mineralien und Spurenelemente. Borretschöl hat einen sehr hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, besonders Gamma-Linolensäure. Diese hat eine besondere Bedeutung für einen gesunden Stoffwechsel und man weiß, dass sie auch bei Problemen mit Fell und Haut sehr hilfreich sin kann, indem sie die Abwehrfunktion unterstützen kann.

Hanföl

Dieses Öl wird aus den Samen der Cannabispflanze gewonnen (somit ist keine berauschende Wirkung zu befürchten, da diese nur in den Blättern steckt). Das Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren liegt im Öl bei 3 : 1.

Kokosöl oder auch Kokosfett

Kokosfett enthält vorwiegend mittelkettige Fettsäuren (Laurinsäure, Caprylsäure, Caprinsäure) und hat viele positive Wirkungen: Durch den hohen Anteil an Laurinsäure kann es gegen Viren, Bakterien und Parasiten helfen. Es wird von vielen Hundehaltern genutzt zur Wurmprophylaxe sowie gegen Zecken und Mücken. (Auch äußerlich anwendbar zur Parasitenabwehr.)

Besonderheit: Es wird gut verstoffwechselt und nicht in Fett umgewandelt, liefert somit direkt Energie, kommt ohne Enzyme und Gallensalze bei der Fettverdauung aus und ist daher gut geeignet bei Tieren mit Störungen der Fettverdauung.

Haltbarkeit der Öle ist begrenzt

Wichtig: Bitte beachten Sie, dass Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren hitzeempfindlich, lichtempfindlich sind, auf Sauerstoff reagieren und daher schnell aufgebraucht werden müssen! Sie sollten Öle immer in dunklen Flaschen oder lichtundurchlässigen Behältern aufbewahren, am besten im Kühlschrank. Achten Sie zudem darauf, wie viel Öl Sie benötigen, und kaufen Sie ggf. kleinere Gebinde.

Kokosfett dagegen ist ultrahoch erhitzbar, bildet keine Schadstoffe und wird auch nicht so schnell ranzig.

Ab und zu ein Löffel Gutes  

Um ein besonders ausgewogenes Produkt zu liefern und da uns die wichtige Bedeutung essenzieller Fettsäuren bekannt ist, haben wir den meisten unserer Rezepte bereits Öl zugegeben. So enthalten die meisten Classic-Menüs Leinöl (mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäueren). Die Selection-Linie enthält in den verschiedenen Menüs Leinöl, Nachtkerzenöl, Hanföl und Lebertran. Die Reinfleischdosen des Kreativ-Mix enthalten natürlich keine Öle. Auch einige Sorten wie Reh und Wild enthalten keine Öle.

Wir haben uns für diese Öle entschieden, da diese laut Expertenmeinung die schonende Erwärmung im geschlossenen System des Beutels oder der Dose gut überstehen.

Da wir immer eine abwechslungsreiche Fütterung empfehlen, ist grundsätzlich bei unseren Menüs keine Zugabe von Ölen nötig. Zudem enthält das Fleisch von Tieren aus artgerechter Haltung und Bio-Haltung aufgrund der Grünfütterung bis zu 20 Mal mehr Omega-3-Fettsäuren als Fleisch aus Massentierhaltung.

Ist für Ihren Vierbeiner die Fütterungsauswahl evtl. eingeschränkt, so empfehlen wir für eine ausreichende Versorgung mit den Fettsäuren ALA, EPA und DHA regelmäßige (nicht täglich) Gaben von Fischöl oder Krillöl und von hochwertigem Pflanzenöl im Wechsel.

Eine besonders nachhaltige Alternative ist Algenöl. Dies enthält ähnliche Fettsäuren wie Fischöl, weil der Fisch EPA und DHA aus den Algen aufnimmt. Also können Sie auch gleich Algenöl verwenden und müssen sich keine Gedanken zu Überfischung oder Schwermetallen machen. Algen können schadstofffrei gezüchtet werden.

Fütterungsempfehlung: 0,3 g Öl pro kg Körpergewicht.

Bei einem Hund von 10 kg entspricht das einem Teelöffel Öl, bei einer Katze von 5 kg ca. einem halben Teelöffel.

Häufigkeit: 2 x bis 3 x pro Woche.

Ein Löffel Gutes ab und zu tut gut. Sehen Sie es so, wie wir auch manchmal noch einen Apfel zusätzlich essen oder wie auch ein gesundes Essen noch mit einem Beilagen-Salat abgerundet wird.

Die Abwechslung macht’s

Wie so oft bei der Ernährung ist es auch bei den Ölen wichtig, nicht einseitig zu füttern, da sonst Mangel- oder Überversorgung die Folge sein könnten. Füttern Sie ca. 3 Öle abwechselnd über einen Monat verteilt. Wir empfehlen die Verwendung von kalt gepressten Ölen in Bio-Qualität!

Verlassen Sie sich hier auch auf Ihr Gefühl und den Eindruck von Ihrem Hund. Sie kennen ihn ja am besten! Und vielleicht wechseln auch die Zweibeiner in Zukunft bei den Ölen etwas ab?

Viel Spaß!