Herrmann’s kleines Welpen-ABC

Herrmann’s kleines Welpen-ABC

Sie überlegen, einen Welpen zu sich zu nehmen? Oder haben schon einen kleinen Liebling zu Hause? Wir erläutern wichtige Punkte rund um die Ernährung von Welpen und den Umgang mit einem Hunde-Baby.

„Ein Hund ist ein Herz auf 4 Pfoten“

Sicherlich ist es eine einmalige Zeit, wenn man einen Welpen bei sich aufgenommen hat. Das kleine Fellknäul erkundet tapsig seine neue Umgebung und knüpft enge Bande fürs Leben.

Dabei sollte man sich im Klaren sein: Ein Hund lebt rund 10 Jahre. Die süß-tapsige Phase ist bald vorbei und vielleicht wird es in der Hunde-Pubertät schwierig im Umgang und Ihr Begleiter braucht starke Führung. Daher sollte man die Entscheidung für einen Hund nur sehr bewusst und langfristig treffen.

Folgende Fragen sollten ehrlich geklärt sein

Kann ich den Hund 10 Jahre lang halten und ernähren? Kann ich für Tierarzt-Kosten aufkommen? Möchte ich jeden Tag (auch an Weihnachten oder bei Sturm und Regen) mit dem Hund raus gehen? Mehrmals am Tag?

Für ein glückliches Hundeleben sollte diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen werden und nicht, weil ein bestimmter Anlass vor der Tür steht. Hunde sind keine Geschenke.

Wenn Sie und Ihre Familie sich nun ganz und gar auf Ihren Hund freuen, haben wir noch ein paar Tipps:

A – Ankunft

Ideal für die Ankunft des Welpen ist ein ruhiges Zuhause. Gäste oder neugierige Freunde sollten die erste Zeit erst einmal fernbleiben. Ihr Welpe muss zuerst seine neue Umgebung und alle Familienmitglieder kennenlernen.

Als Schutzort und „Höhle“ ist eine Hundebox ratsam. Hier kann sich der Welpe zurückziehen, wenn es ihm draußen zu viel wird. Dies sollte auch respektiert werden und jeder sollte den Welpen in seiner Höhle in Ruhe lassen. Die Box kann zuvor ausgepolstert und mit Kauspielzeug bestückt werden. Sollte er aber an den Polstern kauen oder darauf machen, entfernen Sie die Polsterung. Um die Box Papiertücher auslegen, falls ihm ein Missgeschick passiert.

Lassen Sie Ihren Welpen die Box und die neue Umgebung in Ruhe erkunden. Ein wenige Wochen alter Welpe benötigt viel Liebe und Fürsorge, da er das erste Mal von seiner Mutter und den Geschwistern getrennt ist.

Hilfreich kann hierbei in der ersten Nacht im neuen Plätzchen eine Wärmflasche als Unterlage für das Wohlbefinden sein; eine tickende Uhr kann die fehlende Anwesenheit von Mutter und Geschwistern überbrücken.

B – Beschäftigung

Nach dem Einzug Ihres Welpen in sein neues Zuhause ist es hilfreich, wenn sich die Kinder erstmal zurückhaltend mit dem Tier beschäftigen. Welpen, so wie kleine Kinder auch, brauchen viel Ruhe. Man sollte die gemeinsame Spielzeit begrenzen. Wir empfehlen etwa 15 bis 30 Minuten zwei bis drei Mal am Tag.

Für die ersten Ausflüge ist ein Geschirr günstig, damit der Welpe nicht ausreißen kann, wenn er sich evtl. bei einem Geräusch erschrickt, wie z. B. Müllabfuhr oder Ähnliches.

Spielsachen zu Hause sollten Sie gut dosieren, damit Ihr Hund nicht von Reizen überflutet wird. Etwas zum Kauen beim Zahnwechsel, ein Spielzeug zum Toben, vielleicht ein Ball (kein Tennisball, sondern ein für Tiere geeigneter).

C – Calcium

Wie wir uns alle vorstellen können, haben gerade Welpen und Junghunde abhängig vom Endgewicht der Rasse einen erhöhten Bedarf an Calcium. Zum Calcium-Stoffwechsel gehört auch Phosphor. Was diese beiden miteinander zu tun haben, ist in einem andern Blog-Beitrag erklärt: Calcium und Phosphor – Warum ist diese Pärchen so wichtig? https://herrmanns-manufaktur.com/wir/blog/calcium-phosphor-warum-ist-dieses-paerchen-so-wichtig-worauf-kommt-es-an-richtwerte

So benötigt ein Welpe zum Beispiel während des Zahnwechsels mehr Calcium. Dies kann nicht immer nur mit der Erhöhung der Futtermenge ausgeglichen werden. Da Knochen vor allem ein natürlicher Lieferant für Nährstoffe sind, insbesondere auch für Calcium, verwenden wir bei Bio-Geflügel und Kaninchen als natürliche Kalziumquelle Geflügelhälse bzw. Karkasse mit Fleisch bzw. Knochen (ca. 10 – 15 % der empfohlenen Futterration).

Das Fleisch wird fein gewolft ohne den Zusatz von künstlichen Stoffen. Bei diesen Sorten ist das gut möglich, weil sich Kleinteile fein wolfen lassen, ohne dass Knochenteile im Futter zurückbleiben. Bei Fleischsorten wie Rind ist das Wolfen von Knochen nicht möglich, hier wird Knorpel verwendet und wir ergänzen wir Menüs mit diesen Fleischsorten mit Bio-Eierschalenpulver und Algenkalk.

Für alle Details fragen Sie Ihren Tierarzt oder Tierheilpraktiker.

E – Ernährung

Ein paar Basics vorab:

  1. Ihr Hund sollte immer frisches Wasser zur Verfügung haben.
  2. Hunde fressen gerne ungestört und brauchen Ruhe nach dem Essen.
  3. Nassfutter sollte Zimmertemperatur haben. Angebrochene Dosen können mit einem Deckel verschlossen ca. 2 – 3 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  4. Entfernen Sie übrig gebliebenes Nassfutter spätestens 30 Minuten, nachdem der Welpe aufgehört hat zu fressen.
  5. Geben Sie Ihrem Hund nichts zu fressen, wenn Sie selbst gerade essen. Füttern Sie ihn erst danach mit seinem eigenen Futter.

Zusammensetzung der Welpennahrung

Ihr Welpe benötigt Energie und eine bedarfsgerechte Versorgung an Nährstoffen. Das bedeutet, seine Nahrung muss aus Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten und Nährstoffen wie Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen sowie Enzymen zusammengesetzt sein.

Mehr Eiweiß für gesundes Wachstum

Welpen brauchen natürlich einen höheren Fleischanteil, da sie sich im „Aufbau“ befinden. Dies sollte hochverdauliches bzw. hochverwertbares Fleisch sein, auch Muskelfleisch. Daher beinhalten unsere Welpenmenüs mehr Fleisch als die anderen Menüs.

Wichtig ist, das individuelle Wachstumstempo im Blick zu haben (Siehe W – Wachstum). Daher können Sie auch mit Hilfe unseres Kreativ-Mixes die Futterrationen selbst zusammenstellen oder mit Selbstgekochtem kombinieren. Eine weitere Möglichkeit ist, ein Menü mit etwas Reinfleisch zu ergänzen.

Am Anfang sollten Sie öfters füttern, später reicht eine zweimalige Fütterung. Beginnen Sie erst mit zwei Proteinquellen. Bedenken Sie beim Tagesplan, dass Kauspass-Snacks und

Leckerlis auch Energielieferanten sind. Das wird oftmals unterschätzt. Auch ist es gut, am Anfang nicht zu viele Zutaten auf einmal zu geben. Der oder die Kleine muss sich erst – wie ein Baby – an alles gewöhnen.

Wie selbst gekocht

Unser Futter ist wie selbst gekocht zu betrachten. Beim Fleisch verwenden wir jeweils nur eine Proteinquelle und davon hochwertiges Muskelfleisch, Herzfleisch sowie Lunge und beim Geflügel Brustfleisch und Hälse. Minderwertige Innereien wie Niere oder Milz kommen nicht ins Futter. Als Calcium-Quelle nutzen wir Knochen, gewolft, und / oder Eierschalenpulver bzw. Algenkalk. Mehr dazu, siehe „C – Calcium“.

Wir verwenden keine künstlichen Vitamine, andere Stoffe oder synthetische Nahrungsergänzungen. Somit kann nicht jede Sorte den gleichen Gehalt an allen wichtigen Nährstoffen aufweisen und wir empfehlen, abwechslungsreich zu füttern. Genau wie Sie es bei sich oder Ihrer Familie auch tun.

Gerade bei Welpen empfehlen wir mit einem natürlichen Mineralstoff-Mix zu ergänzen, der zusätzliche Nährstoffe liefert. So z. B. mit unseren Bio-Kräutern für Hunde, bitte jeweils in Absprache mit dem Tierarzt oder Tierheilpraktiker.

Abwechslung, aber mit Maß

Frisch und fertig gibt es unsere Menüs in der Dose. Hier finden Sie unsere Welpenmenüs mit Rind und Gans. Junge Hunde sollten langsam an verschiedene Proteinquellen gewöhnt werden und noch keinen allzu abwechslungsreichen Speiseplan haben. Bitte füttern Sie keine exotischen Sorten wie Pferd oder Känguru, wenn es keine Anzeichen für Unverträglichkeiten gibt. Diese Sorten könnten noch für eine Ausschlussdiät benötigt werden, sollte dies bei Ihrem Tier der Fall sein. Dann darf diese Sorte bisher noch nie verfüttert worden sein.

Individuell füttern Sie mit unserem Kreativ-Mix: Aus rund 20 einzelnen Zutaten wie Reinfleisch, Gemüse, Kartoffelflocken etc. können Sie rund 500 individuelle Menüs selber zusammenstellen.

Kombinationsvorschlag Kreativ-Mix für Welpen

  • 50 – 80 % Reinfleisch (Dose)
  • 10 – 20 % Obst und Gemüse
  • 10 – 20 % Kohlenhydrate (Kartoffel-, Hirse- oder Reisflocken, davon 2 bis 3 % Ballaststoffe wie Kleie, Flohsamen, Leinsamen)
  • ca. 5 % Fette
  • Mineralstoff-Mix nach Wahl / Absprache

Fütterungsempfehlung Welpen

Das sind Richtwerte. Es kommt auch darauf an, wie agil der Hund ist und wie die Futterration gestaltet ist.

Geeignete Getreidesorten

Einige Hunde reagieren auf Gluten im Getreide empfindlich. Daher empfehlen wir eher glutenfreie Sorten wie Reis, Hirse, Quinoa oder Buchweizen (Pseudogetreide). Doch sind kleine Mengen an Getreide grundsätzlich nicht ungesund für Hunde, da für eine gesunde Verdauung auch ein Anteil an Ballaststoffen nötig sind. 

Wir bieten in unserem Kreativ-Mix auch getreidefreie Sorten als Flocken an. Hirse beinhaltet beispielsweise unter anderem Silicium und wirkt sich positiv auf Knochen, Haut und Fell aus. Quinoa hat eine hohe Eiweißqualität (biologische Wertigkeit) und ist reich an wertvollen ungesättigten Fettsäuren sowie Vitaminen, Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink. Auch Buchweizen enthält hochwertiges Eiweiß. Zudem ist der Gehalt an den Vitaminen B und E sowie wertvollen Mineralstoffen sehr hoch.

F – Fellpflege

Um Haarknoten und Verfilzungen vorzubeugen, bürsten Sie Ihren Hund regelmäßig. Beginnen Sie sofort mit der Fellpflege bei Ihrem Welpen, damit er sich an diese Prozedur früh gewöhnen kann. Zudem können Sie auf diese Weise das Fell nach Zecken, Flöhen und Hautveränderungen absuchen.

So bürsten Sie Ihren Hund: Erst das Vergnügen dann die Arbeit. Spielen Sie immer vor dem Bürsten mit Ihrem Hund. Nach dem Bürsten sollten Leckerlies und viel Lob folgen.

Bei hartnäckigen Verfilzungen und Knoten arbeiten Sie Pflegebalsam für Hunde in die betroffenen Stellen ein. Dann entfilzen Sie die Bereiche Stück für Stück.

S – Stubenreinheit

Schnüffelt der Hund herum oder beginnt er sich im Kreis zu drehen, möchte er sich erleichtern oder sein Geschäft verrichten. Bringen Sie ihn dann sofort hinaus ins Freie. Achten Sie darauf, dass er, sobald er ein dringendes Bedürfnis hat, immer an dieselbe vorgesehene Stelle im Außenbereich gebracht wird. Loben Sie ihren Welpen, wenn er draußen an der zuvor festgelegten Stelle sein Geschäft verrichtet.

Ein Welpe hat in diesem Alter keine Kontrolle über seine Blase. Er muss sich nach der Nahrungsaufnahme und nach dem Trinken, Schlafen oder Spielen entleeren. Nachts muss er mindestens alle drei Stunden hinaus.

Sollte es doch mal ein Missgeschick geben, bestrafen Sie ihn nicht. Drücken Sie niemals seine empfindliche Nase in seinen eigenen Kot oder Urin. Er versteht diesen Hinweis nicht und kotet das nächste Mal dann, wenn Sie nicht dabei sind.

Ist ein Missgeschick passiert, als sie nicht in der Nähe waren, so hilft auch kein Schimpfen mehr, Ihr Welpe wird es nicht verstehen.

W – Wachstum

Die Kleinen wachsen schnell, manche schneller! Klingt komisch, ist aber so. Daher bitte das Wachstumstempo der jeweiligen Rasse beachten!

Insgesamt wächst ein Hund im ersten Jahr relativ so viel wie ein Mensch in 14 Jahren. Dabei wachsen Hunde größerer Rassen im Allgemeinen schneller. Eine allzu schnelle Gewichtszunahme ist auf Dauer aber schädlich, da keine optimale Reife des Körperbaus erfolgen kann. Daher sind die Anforderungen an die Ernährung in dieser Zeit besonders hoch.

Die Schnellwachstumsphase des Welpen zwischen dem 2. und 6. Monat macht sich besonders bemerkbar. Die Milchzähne verliert der Welpe zwischen dem 3. und 6. Monat. Zähne und Zahnfleisch können in dieser Zeit sehr empfindlich sein, was zu Problemen beim Fressen führen kann. Es kann auch sein, dass er in dieser Phase kaum Appetit hat.

Stellen Sie in dieser Zeit auf keinen Fall die Ernährung um mit dem Ziel, seinen Appetit wieder anzuregen.

Z – Züchter – aufgepasst

Sie sind Züchter? Wir bieten speziell für Züchter unsere Professional Linie an. Von Profis für Profis. Melden Sie sich bei uns und Sie erhalten nach Registrierung einen individuellen Züchter-Zugang zum Shop. Für alle Fragen steht Ihnen Herr Alfred Schlüsselburg gerne zur Verfügung unter zuechter@bio-hm.com

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrem neuen Familienmitglied.

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